
Mit dieser Frage lud die GLP Linth am 9. September zum öffentlichen Podium ins Kreuz Jona ein. Die Frage richtete der Moderator Pascal Büsser (Redaktor der Linth-Zeitung) an SVP-Kantonsrat Sascha Schmid und den Präsidenten des Vereins NeutRealität Adrian Wiedmer.
Sascha Schmid argumentiere, dass die Neutralität durch den Bundesrat aufgeweicht wurde, weil dieser sich nach Kriegsbeginn den EU-Sanktionen gegen Russland angeschlossen habe. Er ist der Ansicht, dass nur ein strikt neutrales Land glaubwürdig sei. Eine immerwährende, bewaffnete Neutralität sei die Superkraft der Schweiz. Diese Haltung habe uns während 200 Jahren vor Kriegen geschützt. Schmid gab jedoch zu bedenken, dass wir in die Armee investieren müssten. Mit den heutigen militärischen Möglichkeiten könne die Schweiz ihr Land im Falle eines Angriffes nicht ausreichend verteidigen.
Adrian Wiedmer gründete aufgrund der aus seiner Sicht zurückhaltenden Haltung des Bundesrates nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine die Bürgerbewegung NeutRealität. Seither setzt er sich gemeinsam mit Historiker:innen, Expert:innen und Bürger:innen dafür ein, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Aus Wiedmers Sicht sind Sanktionen die wirksamsten nicht kriegerischen Mittel, um ein kriegsführendes Land zu schwächen. Russland habe in seiner Geschichte viele Länder angegriffen. Dass die Schweiz seit über 200 Jahren Frieden geniesse, sei ihrer flexiblen Auslegung der Neutralität zu verdanken. Damit sich die Schweiz auch künftig gegen Weltmächte schützen könne, müsse sie mit ihren Nachbarländern zusammenarbeiten, jedoch keinem Militärbündnis beitreten.
Beide Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass Sanktionen leider auch wirtschaftliche Folgen für die Bevölkerung eines kriegsführenden Landes hätten. Ebenso befürworteten sowohl Schmid als auch Wiedmer Investitionen in eine moderne militärische Aufrüstung angesichts der unsicheren Weltlage.
Bildquelle: zVg GLP Linth